Fighter

Fighter

Kinostart 04.05.2017

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Rüdiger Suchsland über FIGHTER
„Big Daddy“, „Leon“ und „Warrior“ – das sind Kampfnamen und unter diesen kämpfen junge Männer in der Arena der MMA. Das Kürzel steht für „Mixed Martial Arts“. Hier ist alles erlaubt: Ringen, Kickboxen und Karate, es wird getreten, gehauen und selbst im Liegen noch auf den Gegner eingedroschen. Es ist eine Frau, die Regisseurin Susanne Binninger, die spürbar fasziniert diese sehr sehr eigene Welt portraitiert, und der Frage nachspürt, was die Akteure an diesem unappetitlichen Treiben fasziniert, daran, sich die Körper in einem Käfig blutig prügeln zu lassen. Was sind das für Typen? Herausgekommen ist einerseits eine Betrachtung über die Gesetze die unserer neoliberalen Welt nicht nur an der Oberfläche zugrundeliegen: Das Recht des Stärkeren, die Fähigkeit des Einzelnen, sich Mann gegen Mann, gegen andere Einzelne durchzusetzen – und das auf großer Bühne, vor dem Publikum der Spektakelgesellschaft. „Fighter“ ist aber auch ein Film über die Kampfkunst als spirituelle Erfahrung, den Fight als inneres Erlebnis. Und ein Film über Männlichkeit und die Klischees, die mit ihrer Idee verbunden sind. (Kulturthema SWR2 7.11.2016)

Susanne Binninger über ihre Arbeit
FIGHTER ist ein Dokumentarfilm über eine Parallelwelt, in der sich Männer auf offener Bühne prügeln, und andere zusehen. Getragen von Protagonisten, die anders sind als man sich Cage-Fighter denkt: charismatisch, reflektiert, fürsorglich und respektvoll im Umgang miteinander. Die Kämpfer gehen an Grenzen, und überscheiten sie; die ihres Körpers, gesellschaftliche Regeln, moralische Tabus. Damit verbunden sind extreme Gefühlszustände; bei den Fightern, ihren Unterstützern und Fans, aber auch bei den Gegnern. MMA ist in Deutschland vor allem im Migrantenmilieu verankert, und steht unter großem öffentlichen Druck; die Akteure sind sozial ausgegrenzt, das Geschehen emotional aufgeladen. Die Kämpfer werden selten als Sportler respektiert, und können kaum davon leben. Als moderne Gladiatoren dürfen sie nicht altern, sich nicht verletzen – und eigentlich auch nicht verlieren. Mich interessiert als Filmemacherin die Psychologie der Kämpfer und der Zuschauer; ich will in die Köpfe der Beteiligten hineinsehen, und ihre Motive und Erfahrungen künstlerisch umsetzen.

mit Andreas Kraniotakes, Lom-Ali Eskijew, Khalid Taha, Jonas Billstein, Mohammed Taha, Peter Sobotta, Mike Cüppers, Max Schwindt uva.

Weltpremiere bei Dok.Leipzig mehr
ausgezeichnet mit dem Preis „Gedanken-Aufschluss“ der Inhaftierten der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen DOK Leipzig 2016

nominiert für den Deutschen Kamerapreis 2017 in der Kategorie „Schnitt Dokumentarfilm“ (Chris Wright)

Produktion CORSO Film Köln (Erik Winker)
Entwicklung gefördert durch das Gerd Ruge-Stipendium der Film und Medienstiftung NRW
Produktion gefördert durch Film- und Medienstiftung NRW und FFA
in Koproduktion mit 3sat/Redaktion Daniel Schössler
D 2016 100 min

Buch/Regie: Susanne Binninger
Bildgestaltung: Marcus Lenz
Ton: Alexander Czart
Montage: Chris Wright
Musik: Jörg Follert

zusätzliche Kamera: Henning Drechsler, Patrick Waldmann, Sandeep Mehta, Jasenko Rasol
zusätzlicher Schnitt: Sandeep Mehta
zusätzlicher Ton: Christoph Mohr, Carlos de Albuquerque
Filmtonpostproduktion: Torus GmbH Köln
Sounddesign: Jan Petzold
Mischung: Matthias Schwab
Postproduktion Bild: Farbkult Köln, Studio Mitte Berlin
Farbkorrektur: Christine Hiam
Grafik: Thomas Schmidl
Übersetzungen und Untertitel: textimbild köln Till Rudolph, Scott Peterson

Produktionsleitung: Florian-Malte Fimpel
Produzenten: Erik Winker, Martin Roelly
Redaktion: Daniel Schössler ZDF/3 sat